Die Externe Schulevaluation

Grundlagen. Die externe Schulevaluation basiert auf dem Gesetz über die Volksschulbildung vom 22.03.1999 (SRL Nr. 400a) und der entsprechenden Verordnung vom 16.12.2008 (SRL Nr. 405). Als Grundlage für die Beurteilung der Schulen dienen die Qualitätsansprüche gemäss «Orientierungsrahmen Schulqualität» der Dienststelle Volksschulbildung (DVS).

Auftrag. Die externe Schulevaluation hat den Auftrag, in den Luzerner Volksschulen eine vergleichbar gute Schul- und Unterrichtsqualität sicherzustellen. Dazu nimmt sie an den Schulen rund alle sechs Jahre eine professionelle Standortbestimmung vor und gibt Impulse zur weiteren Gestaltung der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Zudem unterstützen die Ergebnisse der externen Schulevaluation die Schulleitungen und Schulbehörden bei der Steuerung eines wirkungsvollen Qualitätsmanagements und dienen der Rechenschaftslegung.

Berichterstattung. Im Kapitel Schulprofil werden alle Dimensionen sowie Qualitätsbereiche berücksichtigt und die Grundzüge der Schule beschrieben. Die daraufhin dargestellten Fokusbereiche setzen sich zusammen aus drei von der DVS vorgegebenen und drei von der Schule selber ausgewählten Qualitätsbereichen (vgl. Abbildung). Die externe Evaluation hält zudem mögliche Entwicklungspotenziale fest ().
Gemeinsam mit der externen Schulevaluation hat die Schule Entwicklungspotenziale ausgewählt und verbindliche Entwicklungsziele daraus abgeleitet. Nach drei Jahren wird die Zielerreichung von der Abteilung Schulaufsicht überprüft.

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1 Zusammenfassung

1.1 Schulprofil

Der Erweiterungsbau an der grosszügigen Schulanlage Udligenswil wurde zu Schuljahresbeginn 2018/19 eingeweiht. Die Schule unterstützt ein friedliches Miteinander mit verständlichen Regeln und gemeinschaftsfördernden Aktivitäten. Sie lädt die Lernenden und deren Eltern zur Mitwirkung ein. Der Unterricht überzeugt hinsichtlich seiner klaren Strukturierung und Klassenführung, eine differenzierende Gestaltung ist unterschiedlich ausgeprägt. Die Lehrpersonen arbeiten unkompliziert und aus Eigeninitiative zusammen und schätzen ihre Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung. Die Schulleitung und der Gemeinderat haben in den Schuljahren 2017/18 und 2018/19 wesentlich klarere Strukturen geschaffen. Der Schulhausumbau und die vielen personellen Wechsel haben während dieser Zeit viele Ressourcen beansprucht. Daher stellt die Steuerung der Schul- und Unterrichtsentwicklung die Schule zum Zeitpunkt der externen Evaluation eine Herausforderung dar. Die Lernenden fühlen sich in der friedlichen Schulgemeinschaft wohl. Währenddem die Eltern einen mehrheitlich guten Eindruck vom Unterricht haben, streuen ihre Zufriedenheitswerte in anderen Belangen stärker.
Die Lehrpersonen schätzen insbesondere das gute Einvernehmen im Team.




1.2 Fokusbereiche

Führung wahrnehmen

Die Schulleitung und der Gemeinderat verfolgen ihre Entwicklungsziele konsequent, wobei es ihnen noch nicht wunschgemäss gelungen ist, den Lehrpersonen und den Eltern ihre pädagogischen Visionen zu vermitteln. An der Schule wurden in den vergangenen Jahren klarere Strukturen geschaffen, wenngleich einige Zuständigkeiten noch geklärt werden müssen. Obschon Entwicklungsvorhaben zunehmend in einen Qualitätskreislauf eingebunden werden, verfügt die Schule noch über kein systematisches Qualitäts- und Beschwerdemanagement. Bei der Umstellung auf das altersgemischte Lernen ab Schuljahr 2019/20 handelt es sich um einen Veränderungsprozess, der zum Zeitpunkt der externen Evaluation noch einige Fragen offen lässt. Sowohl die Lehrpersonen als auch die Öffentlichkeit werden gezielt informiert, allerdings wird das Prinzip der Holschuld nicht von allen Lehrpersonen befolgt.
Qualitäts- und Beschwerdemanagement klären. Die Schule verfügt noch über kein zweckmässiges Qualitäts- und Beschwerdemanagement. Ein geklärtes Qualitäts- und Beschwerdemanagement würde sicherstellen, dass allfällige Defizite oder Unzufriedenheiten frühzeitig sowie systematisch erfasst und gezielt Verbesserungen daraus abgeleitet werden könnten.

Umstellung auf das altersgemischte Lernen schrittweise umsetzen. Die Umstellung auf das neue Schulmodell im Schuljahr 2019/20 mit flächendeckend altersgemischt geführten Klassen ist eine grosse Herausforderung für die Schule und lässt Fragen bezüglich des weiteren Vorgehens und der konkreten Ausgestaltung offen. Ein transparent gemachter Fahrplan mit Teilzielen in Bezug auf die konkrete Umsetzung und eine langfristige Lösung würden eine nachhaltige Verankerung des altersgemischten Lernens begünstigen.



Unterricht gestalten

Die Lehrpersonen gestalten einen effizienten sowie klar strukturierten Unterricht und fördern das selbstorganisierte Lernen. Eine transparent gemachte Differenzierung nach verschiedenen Anforderungen und individualisierende Unterrichtsmethoden sind je nach Lehrperson in unterschiedlichem Masse erkennbar. Lernende mit besonderen Bedürfnissen werden unter der gemeinsamen Verantwortung der Lehrpersonen gezielt unterstützt und sind gut integriert. Absprachen zum stufenübergreifenden fachlichen und überfachlichen Kompetenzaufbau sind teilweise vorhanden, sie sind jedoch etwas in den Hintergrund gerückt. Mit ihrer mehrheitlich wohlwollenden und konsequenten Klassenführung stellen die Lehrpersonen ein ausgesprochen lernförderliches Klassenklima sicher.
Aufbau von überfachlichen Kompetenzen aufeinander abstimmen. An der Schule bestehen erst vereinzelte Absprachen zur gezielten Förderung von überfachlichen Kompetenzen. Im Hinblick auf das neue Schulmodell mit flächendeckend altersgemischten Klassen bietet es sich an, zwischen den neu eingeführten Parallelklassen den Aufbau von überfachlichen Kompetenzen abzustimmen und daraufhin stufenübergreifend zu koordinieren.


Kompetenzen beurteilen

Die Lehrpersonen gestalten die Beurteilung der Lernenden in vielen Bereichen noch individuell, sprechen sich untereinander jedoch zunehmend ab. Die Selbstbeurteilungskompetenz wird an der Schule mit verschiedenartigen Massnahmen gefördert. Obschon das Schülerportfolio in den Hintergrund gerückt ist, stellen die Lehrpersonen eine zweckmässige Dokumentation der Lernergebnisse und des Verhaltens der Lernenden sicher. Die Erziehungsberechtigten werden angemessen in die Förderung der Lernenden einbezogen und kontinuierlich über den Lernstand und das Verhalten ihrer Kinder informiert.

Bildungslaufbahn

An der Schule bestehen gute Voraussetzungen dafür, dass die Lernenden ihren individuellen Bildungsweg erfolgreich gestalten können. Nach dem Abschluss der Primarschule finden die Lernenden passende Lösungen und sowohl die Lehrpersonen als auch die Schulleitung und die Bildungskommission sind mit der Anschlussfähigkeit zufrieden.


Zufriedenheit mit Schule und Unterricht

Die Lernenden fühlen sich an der Schule grundsätzlich wohl und sind mit der Unterrichtsgestaltung mehrheitlich zufrieden. Währenddem die Eltern einen positiven Eindruck von der Unterrichtsqualität haben, ist ihre Zufriedenheit mit der Schulführung eher durchzogen. Mit dem umfassenden Angebot der Schule sind die Lehrpersonen zufrieden und sie tragen die bevorstehende Umstellung auf das altersgemischte Lernen mit. Die Lehrpersonen haben den Eindruck, dass die Abnehmer- und Partnerschulen ein positives Bild von der Schule haben, doch das Image der Schule könnte aus Sicht vieler Schulangehöriger besser sein.


Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden

Die Lehrpersonen fühlen sich im Team sehr wohl, sie empfinden teilweise jedoch hohe Belastungen und erleben ihr Arbeitsumfeld als unterschiedlich motivierend. Obschon sich die Schulführung und die Lehrpersonen für ihre Schule engagieren, identifiziert sich die erstgenannte Personengruppe stärker mit der Schule als die Lehrpersonen.


2 Entwicklungsziele

Altersgemischtes Lernen im Fach Deutsch gewinnbringend praktizieren

Herleitung. Die Schule Udligenswil führt im Schuljahr 2019/20 an allen Klassen das altersgemischte Lernen ein. Gemeinderat, Schulleitung und Bildungskommission haben die Lehrpersonen und die Eltern über das neue Schulmodell informiert. Bis zum Zeitpunkt der externen Evaluation bestanden bei diesen beiden Personengruppen dennoch Unklarheiten in Bezug auf die Umsetzung sowie den weiteren Fahrplan der Einführung. Um noch mehr Transparenz zu schaffen und dieses grosse Schulentwicklungsprojekt nachhaltig verankert zu können, bearbeitet die Schule folgendes Entwicklungsziel.
Zielformulierung. Bis Ende Schuljahr 2020/21 werden im Fach Deutsch an allen Klassen sämtliche Unterrichtseinheiten weitgehend nach dem methodisch-didaktischen Prinzip des altersgemischten Lernens praktiziert. Die Schulleitung verschafft sich bis Ende des Schuljahres 2018/19 einen Überblick über das entsprechende Know-how der Lehrpersonen und macht ihre Erwartungen an die Umsetzung transparent. Bis Ende Schuljahr 2019/20 sammeln im Schulfach Deutsch alle Lehrpersonen Erfahrungen mit Unterrichtssequenzen, die altersgemischt durchgeführt werden. Bis Ende desselben Schuljahres wird eine Standortbestimmung vorgenommen. Ab dem Schuljahr 2020/21 wird ergänzend zu den altersgemischt durchgeführten Lektionen im Schulfach Deutsch ein Transfer auf 1 – 2 weitere Schulfächer vorbereitet.
Längerfristiges Vorhaben. Es ist das längerfristige Vorhaben der Schule, das altersgemischte Lernen zu etablieren und methodisch-didaktisch weiterzuentwickeln.

Qualitätssicherung im Bereich Dienstwege und Förderkonzept sicherstellen

Herleitung. Die Schulleitung, der Gemeinderat und die beratende Bildungskommission hatten in den letzten Jahren grosse Aufgaben wie den Umbau des Schulhauses oder den Aufbau von klaren Führungsstrukturen zu bewältigen.
Dies nahm viele Ressourcen in Anspruch. Obschon an der Schule verschiedene qualitätssichernde Elemente wie das Beurteilungs- und Fördergespräch oder das Feedback bei Lernenden und Eltern praktiziert werden, verfügt die Schule noch über kein umfassendes Qualitätsmanagement. Die Schule möchte nun ihr Qualitätsmanagement ausgehend von zwei konkreten Prozessen und Standards schrittweise festigen.
Zielformulierung. Bis Ende Schuljahr 2020/21 sind ausgewählte wiederkehrende Prozesse sowie Standards wie der Dienstweg und die Förderung von Lernenden mit besonderen Bedürfnissen abschliessend geklärt. Bis Ende Schuljahr 2018/19 ist der Dienst- und Kommunikationsweg an der Schule für alle Lehrpersonen geklärt. Die Einhaltung des Dienst- und Kommunikationsweges ist ein fixer Bestandteil der Zielvereinbarungen mit den Lehrpersonen anlässlich des Beurteilungs- und Fördergesprächs 2019/20. Als zweites Teilziel überarbeitet die Schule bis Ende 2020/21 ihr Förderkonzept und ergänzt dieses um alle wesentlichen Aspekte der Qualitätssicherung. Dabei sind insbesondere die Standards in Bezug auf Instrumente und Prozesse bei der Förderung von Lernenden mit besonderen Bedürfnissen zu klären.
Längerfristiges Vorhaben. Ausgehend von diesen beiden ausgewählten Prozessen und Standards möchte die Schule ihr Qualitätsmanagement längerfristig etablieren und auf weitere Bereiche ausweiten.